In einem interessanten Interview bei IT Conversations spricht Bruce Schneier über die Sinnlosigkeit vieler Sicherheitsmaßnahmen in Amerika nach dem 11. September, und wie groß der Unterschied zwischen subjektivem Sicherheitsempfinden und objektivem Gefahrenpotential ist:
"More people are killed every year by pigs than by sharks, which shows you how good we are at evaluating risk."
Er merkt auch an, daß nichtlineare, stark gekoppelte Systeme sehr unsicher seien. Als Beispiel nennt er den Blackout im Norden der USA letztes Jahr: Ein Fehler im Computersystem eines Kraftwerks konnte in einer Kettenreaktion viele andere Kraftwerke ausschalten, weil die Systeme untereinander stark gekoppelt, also stark voneinander abhängig sind, und weil ein Fehler in einem Kraftwerk sich auf andere Kraftwerke auswirkt, deren Fehler sich wiederum auf das erste Kraftwerk auswirken.
"More people are killed every year by pigs than by sharks, which shows you how good we are at evaluating risk."
Er merkt auch an, daß nichtlineare, stark gekoppelte Systeme sehr unsicher seien. Als Beispiel nennt er den Blackout im Norden der USA letztes Jahr: Ein Fehler im Computersystem eines Kraftwerks konnte in einer Kettenreaktion viele andere Kraftwerke ausschalten, weil die Systeme untereinander stark gekoppelt, also stark voneinander abhängig sind, und weil ein Fehler in einem Kraftwerk sich auf andere Kraftwerke auswirkt, deren Fehler sich wiederum auf das erste Kraftwerk auswirken.
kristof,
Montag, 3. Mai 2004, 10:49
Tja, und was heisst das nun für das eigene Leben ?
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moolder,
Montag, 3. Mai 2004, 11:30
Daß man sich nicht so stark koppeln sollte? ;)
Ich fand das mit der Kopplung eher im Bezug aufs Coden interessant... Das Problem mit der Sicherheit und der Gefühlten Sicherheit ist aber ein ganz interessantes: Der Interviewte meinte auch, daß zur Zeit der Sniper-Attacken in DC die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden auf 200% gestiegen sei, was aber immer noch verschwindend gering war, viel geringer z.B. als die Wahrscheinlichkeit, vom Auto überfahren zu werden. Trotzdem wurden Schulen geschlossen usw. weil die Leute sich nicht mehr sicher fühlten. Er sagt, es wäre schön wenn die Leute da rationaler wären, aber das ist einfach nicht so, und deswegen hätten diese Maßnahmen auch Sinn gemacht.
Merke: Gefahren rationaler einschätzen. Ich kenne z.B. genug Leute, die nach 9/11 ne zeitlang nicht mehr fliegen wollten, weil sie Angst hatten. Ging mir allerdings überhaupt nich so. Als ich mal in London an einem Bahnhof vorbeigefahren bin, den die IRA in die Luft gesprengt hatte, fand ich das allerdings auch seltsam. Die IRA hat damals in der einen Woche, als ich in London war, zwei oder drei Anschläge gegen Vergnügungsviertel und diesen Bahnhof gemacht. Aber die Wahrscheinlichkeit, davon getroffen zu werden, war eben auch extrem gering.
Ich fand das mit der Kopplung eher im Bezug aufs Coden interessant... Das Problem mit der Sicherheit und der Gefühlten Sicherheit ist aber ein ganz interessantes: Der Interviewte meinte auch, daß zur Zeit der Sniper-Attacken in DC die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden auf 200% gestiegen sei, was aber immer noch verschwindend gering war, viel geringer z.B. als die Wahrscheinlichkeit, vom Auto überfahren zu werden. Trotzdem wurden Schulen geschlossen usw. weil die Leute sich nicht mehr sicher fühlten. Er sagt, es wäre schön wenn die Leute da rationaler wären, aber das ist einfach nicht so, und deswegen hätten diese Maßnahmen auch Sinn gemacht.
Merke: Gefahren rationaler einschätzen. Ich kenne z.B. genug Leute, die nach 9/11 ne zeitlang nicht mehr fliegen wollten, weil sie Angst hatten. Ging mir allerdings überhaupt nich so. Als ich mal in London an einem Bahnhof vorbeigefahren bin, den die IRA in die Luft gesprengt hatte, fand ich das allerdings auch seltsam. Die IRA hat damals in der einen Woche, als ich in London war, zwei oder drei Anschläge gegen Vergnügungsviertel und diesen Bahnhof gemacht. Aber die Wahrscheinlichkeit, davon getroffen zu werden, war eben auch extrem gering.
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kristof,
Montag, 3. Mai 2004, 23:18
Das mit der Gefährdung ist schon ziemlich subjektiv. Eigentlich dürfte sich wohl ein Autofahrer über sonst nichts mehr Sorgen machen, seien es Kampfhunde, Blitzschlag oder Fuchsbandwurm.
Aber das mit der Kopplung ist ziemlich interessant. Ich finde, da kann man viel tun im täglichen Leben, aber irgendwie ist das schwer zu vermitteln. Ich mag z.B. keine Autos mit elektrischen Fensterhebern und Alarmanlage etc. Eine Kurbel am Fenster bekomme ich immer repariert.
Beim Computerjedöns bevorzuge ich auch stets schwach gekoppelte Lösungen mit klaren Interfaces. Aber erkläre das mal, wenn "integrierte Systeme" verlangt sind.
Hm, hm.
Aber das mit der Kopplung ist ziemlich interessant. Ich finde, da kann man viel tun im täglichen Leben, aber irgendwie ist das schwer zu vermitteln. Ich mag z.B. keine Autos mit elektrischen Fensterhebern und Alarmanlage etc. Eine Kurbel am Fenster bekomme ich immer repariert.
Beim Computerjedöns bevorzuge ich auch stets schwach gekoppelte Lösungen mit klaren Interfaces. Aber erkläre das mal, wenn "integrierte Systeme" verlangt sind.
Hm, hm.
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